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Forum Übersicht » Ausstiegstagebuecher » Ausstiegstagebuecher für BETROFFENE » Tagebuch von F.J., Begonnen am 23.1.08 (OSS)
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Tagebuch von F.J., Begonnen am 23.1.08 (OSS)
F.J.fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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So, da bin ich wieder. Also george, wieder freunde? Tut mir leid dass ich etwas genervt reagiert hab aber ich lass mir halt nix mehr vorwerfen. War ja auch nicht so gemeint von dir. Bei der Frage, ob die Prostituierten und die Sucht zwei voneinander zu unterscheidende Dinge sind, bin ich noch nicht wirklich bei einer endgültigen Antwort angekommen. Aber ich glaube eigentlich eher nicht. Mir geht's jetzt darum, die Sucht zu bekämpfen und an meiner Persönlichkeit zu arbeiten, wobei ich ja sagen muss so schlecht ist sie ja gar nicht. Momentan geht's mir gut. Seit 18 Tagen ohne Sucht, und so soll's auch weiter gehen damit ich die zwei Monate durchhalte. Im Moment fühlt es sich aber so an, als sei das zu schaffen. Nur weiter motiviert bei der Arbeit sein, weiter regelmäßig Sport treiben, soziale Kontakte pflegen, das ist das Rezept. Soziale Kontakte könnte sicher noch mehr werden, nächstes Projekt ist jetzt, sich gesünder zu ernähren, regelmäßig zu essen, denn ich denke der alte Spruch "gesunder Geist in gesundem Körper" hat schon seine Berechtigung. Soweit für heute, jetzt geh ich nach hause, danke für's mitlesen und viel Kraft an euch alle!



28.05.2008 21:08:06   
littlegeorgefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo F.J.,

ist doch klaro -wieder Freunde-, ich war ja nie wirklich böse auf Dich, nur einfach enttäuscht.

Du hast Dir ja wirklich viel vorgenommen. Ich wünsch Dir, dass Du viel davon umsetzen kannst. Aber schau auch was Du wirklich schaffst. Manchmal ist es besser eine Sache, bzw. nur ein paar wenige, wirklich richtig intensiv anzugehen, als viele nur ein bischen anzukratzen.

Viel Erfolg bei allem. Auf meine und auch der anderen moralischen Unterstützung kannst Du wirklich zählen.

Lieben Gruß
Littlegeorge


28.05.2008 21:19:19  
Moralapostelfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo,
Quotean meiner Persönlichkeit zu arbeiten, wobei ich ja sagen muss so schlecht ist sie ja gar nicht.

ich denke mal, daß grundsätzlich jede/r, der aus einer Sucht aussteigen möchte, nicht so schlecht sein kann.
Bleib nur möglichst immer hellwach, leider ist es ja doch oft so, daß ich mich zumindest manchmal einfach zu sicher im pedal fühle und dann ist der nächste absturz oft nicht weit entfernt.

Dir weiterhin alles Gute u. vor allem viele OS-freie Tage

Aldo


28.05.2008 21:39:35  
karamba68fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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dir ne gute Zeit! Bleib die nächsten Wochen clean!

lg

karamba


31.05.2008 17:38:03  
F.J.fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Liebe Leute..
mir gehts gut, das wetter ist schön, ich bin müde von der hektischen letzten Woche mit Konferenz, Vorträgen, interviews usw. Bin gerade allein im Büro für die nächsten zwei Stunden, befinde mich also in der Gefahrenzone! Wünscht mir Stärke. Ich ziehe gleich mein kabel raus und bin dann offline, um ein paar Arbeiten zu erledigen. Wenn ich einmal offline bin, ist die Versuchung nämlich längst nicht mehr so groß..
bis bald!


02.06.2008 14:30:38   
karamba68fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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hi,

dann erwisch ich dich hier heute wohl nicht mehr...Kabel raus und wahrscheinlich liegst du schon im Park.

Genie es!

lg

karamba


02.06.2008 17:43:09  
F.J.fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo!

hab schon lang nicht mehr geschrieben, die letzte Woche war einfach zu hektisch. Insgesamt geht's gut, keine Rückfälle, ich bin standhaft bzw. vermeide es, mich der Versuchung des Internets auszusetzen.

Eine nervige Episode von gestern: Ich sitze mit meinen Kollegen im Büro, wir quatschen nett. Eine Kollegin hat mir vor ein paar Tagen über facebook (da bin ich noch, nutze es aber nicht exzessiv) eine kleine lustige Animation geschickt. ich will sie den anderen Kollegen zeigen. Als ich die Seite öffne, meldet sich überraschend die Sch..-Kindersicherung und meckert, diese Seit habe einen unerwünschten Inhalt. Trotzdem kann ich die Seite öffnen. Eine Kolleing wundert sich, fragt, was das denn für eine Meldung sei. Mir war das so peinlich, ich hab mich richtiggehend ertappt gefühlt und wußte gar nicht, wie ich reagieren soll. Ich war nicht schnell und spontan genug ummir irgendeine Begründung einfallen zu lassen. Stattdessen hab ich einfach schnell wieder weggeklickt und das Gespräch auf ein anderes Thema gelenkt. Im Nachhinein war ich dann den ganzen Tag schlecht gelaunt und genervt (gestern war sowieso ein anstrengender Tag, aber das hat dem ganzen die Krone aufgesetzt). Ich war echt peinlich berührt und hoffe einfach, dass das ganze schnell wieder vergessen wird. Ist sicherlich so. Trotzdem mache ich mir jetzt Gedanken wegen der blöden Sicherung, ich denke sie ist noch wichtig als Nothaken, andererseits kann ich es dann vergessen, mit anderen Leuten, die nichts von der Sucht wissen, an meinem Computer etwas zu machen, sei es für arbeit, sei es für Unterhaltung.

Tja. Ansonsten geht alles ganz gut. Gestern Therapiesitzung gehabt, das ist natürlich auch immer belastend da es um unangenehme Themen geht, man in der Erinnerung rumkramt und einem erstmal bewußt wird, was man für Probleme hat. Ist natürlich gut und wichtig, aber danach bin ich dann immer erstmal für den Rest des Tages down.

Aber insgesamt verläuft das Leben gut, ich habe viel erreich t und bin vor allem weiterhin clean! So soll es bleiben! Ziele für die nächste Zeit sind, neben natürlich der Abstinenz vor allem die Vorbereitung für meine letzte mündliche Prüfung, die in zweieinhalb Wochen stattfindet und für die ich bisher kaum gelernt habe. Ich hoffe ich krieg das neben dem Arbeiten hin! Heute mach ich mir erstmal einen Zeitplan. Also, ich wünsche euch alles gute und viel Kraft!




05.06.2008 11:35:58   
F.J.fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Ich habe lang nicht im Forum geschrieben. Im Großen und Ganzen geht es mir gut. Ich habe endlich mein Diplom geschafft, die letzte mündliche Prüfung liegt hinter mir. Ich versuche viel unter Leute zu gehen, Musik zu machen, es gibt viel Arbeit, die Spaß macht und herausfordernd ist. Während der Vorbereitungszeit zur Prüfung gab es zwei Rückfälle, mehrere Stunden im Sumpf. Das war wieder die Flucht vor dem Druck, der Verantwortung, der unangenehmen Arbeit, dem Stress. Anstatt aber auf bessere Strategien zur Stressbewältigung zurückzugreifen, die ich seit kurzem kenne (nämlich Sport, „echte Pausen“ machen, Musik hören /machen um zur Ruhe zu kommen, und Kontakt zu Freunden aufnehmen, mit Leuten rede), habe ich wieder den bequemen und kurzen Weg gewählt, das Internet. Das ist natürlich kein echter Stressabbau, sondern eine Flucht, die noch mehr Stress, Unruhe, schlechtes Gewissen, schafft.

Ich habe meiner ex-Freundin noch nicht verziehen. Selbst in ihrem letzten Brief im April, nachdem ich mich von ihr getrennt hatte, musste sie mich noch verletzen mit dem Satz „ich habe viel erlebt, aber auch viel nachgedacht und bin froh, dass wir jetzt getrennt sind“. Was soll das heißen, ich habe viel erlebt? Muss sie mir selbst in ihrem Abschiedsbrief noch sagen, dass sie in den letzten Tagen wer weiß welche Affären hatte, nur um mich zu verletzen? Denn das habe ich darin gelesen, und das wollte sie denke ich auch damit ausdrücken. Sie ist einfach eine egoistische, eitle, dumme, unreife XXXX! Sie war völlig überfordert mit mir. In meinen Phantasien beschimpfe ich sie und werfe ihr diese Dinge an den Kopf. Sie wird behaupten, das sei nicht so gemein gewesen. Aber das ist mir egal. Sie will mich nur verletzen, um sich selbst besser zu fühlen. Sie redet sich die ganze Zeit ein, wie toll sie sei. Kein Wunder, ich schätze wenn man von seiner Familie die ganze Zeit nur eins auf den Deckel kriegt und gesagt kriegt wie schlecht man ist bleibe einem gar nichts anderes übrig als sich selbst in den Himmel zu loben. Völlig übersteigerte Selbstüberschätzung. Und mir hat sie’s auch eingeredet und mir dabei eingeredet, ich sei wertlos. Ich bin so wütend auf sie dafür. Und gleichzeitig will ich sie immer noch körperlich besitzen. Ich will brutal mit ihr sein, rücksichtslos, sie verletzen. Einmal habe ich mir sogar vorgestellt, sie zu vergewaltigen. Das hat mich schockiert.

Ich will ihr verzeihen, um meinen eigenen Frieden zu finden, um diese Aggressionsphantasien loszuwerden. Ich will sie nicht mehr körperlich begehren. Ich glaube, letzteres wird vergehen, wenn ich erstmal eine neue Partnerin gefunden habe, auf „normalem“ Wege, durch meine eigene Person, dadurch, dass ich jemanden in der realen Welt kennenlernen.

Dazu will ich mein Selbstwertgefühl verstärken und meine Unsicherheit, meine sozialen Ängste in den Griff kriegen. Sie liegen an der Wurzel meine Sucht. Ich leide unter sozialen Ängsten, Unsicherheit. Sie hemmen mich, hindern mich daran, eine Partnerin zu finden und an einer Menge anderer Dinge. Sie äußern sich z.B. in Atemnot, Herzklopfen, Kloß im Hals, Dissoziation. Die Sucht war eine Flucht vor Kontakt mit realen menschen und hatte diese Ängste durch die lange Isolation noch verschlimmert. Ich kann die Ängste in den Griff kriegen, wenn ich Sport treibe, mich gesund ernähre und versuche, weniger nervös zu sein, z.B. durch Meditation, Atemübungen, Sport. Und indem ich raus gehe, unter Leute gehe, den Kontakt suche. In den letzten Tagen gab es immer wieder Momente, in denen ich spontan auf andere Leute zugehen konnte ohne Angst, in denen ich neue Bekanntschaften schließen konnte. Ich bin dazu in der Lage, nur halt nicht immer. Aber ich bin auf dem richtigen Weg, und den gehe ich weiter.

Es gibt also zwei Hauptgründe für die Sucht: Falsche Strategien zum Stressabbau, ich sollte schauen dass ich in Stressmomenten der Sucht wiederstehe und stattdessen Sport treibe, Leute anrufe o.ä. Zum zweiten soziale Ängste, an denen es zu arbeiten gilt, sei es in der Therapie (hoffentlich kommt der Antrag bei der Versicherung durch), sei es allein, indem ich mich mehr in Situationen begebe, in denen ich gezwungen bin, spontan mit unbekannten Menschen zu interagieren.

For the record: Der letzte Rückfall liegt genau 23 Tage zurück. Ich setze mir jetzt kein Ziel mehr wie die albernen zwei Monate. Stattdessen freue ich mich, dass ich schon wieder so lange suchtfrei bin und versuche, an den genannten Ursachen zu arbeiten und standhaft zu bleiben wenn’s mich überkommt. Wenn’s dann nicht klappt, ist das auch kein Beinbruch, solange ich mit meinem sonstigen Leben vorankomme.

Grüße und beste Wünsche an euch alle!


06.07.2008 12:25:45   
Moralapostelfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo F.J.

na dann Alles Gute zu Deinem Diplom freuendes Smilie

zu deiner Ex wollte ich noch sagen, daß du das vermutlich nicht loswirst, den Haß auf sie, wenn du dich dem weiter so hingibst, wie du es hier beschreibst.
Dabei hat sie zumindest offensichtlich ja nichts allzu schreckliches in ihrem Abschiedsbrief anklingen lassen. Das schlechte interpretierst du rein. Vielleicht hat sie es gemeint, vielleicht auch nur du.
Was spielt es für eine Rolle? Was hilft es Dir, wenn du dich weiter gefangen nehmen läßt von so negativen Gefühlen?
Klar kenne ich auch solche Momente, daß man einen anderen am liebsten auf den Mond schießen würde, um nicht schlimmeres zu schreiben..., aber dann sollte man zur Besinnung kommen u. das unterbinden, daß man sich solchen Gedanken nicht mehr hingibt u. die gleich am Anfang abwürgt.
Naja theoretisch jedenfalls sollte es so gehen.

Ich müßte jetzt dein Tagebuch nochmal lesen um zu sehen, was alles mit deiner Freundin war, warum du ihr nicht verzeihen magst.
Aber vermutlich kommst du von ihr nur los, wenn du sie auch losläßt, auch im negativen sinne eben, solange du noch eine wut auf sie hast, hängt immer noch ein Teil von dir an ihr.
Denk ich jedenfalls. obs so ist --- Durcheinander!
dazu würde dann auch das passen, daß du sie noch besitzen möchtest, macht über sie ausüben, in gewisser weise ihr was heimzahlen möchtest, und dabei noch deinen Sexualtrieb ausleben. Hm, selbst wenn du ihr was heimzahlen würdest, würde sich dadurch bei dem was du "erlitten" hast irgendwas daran ändern? Im Gegenteil, vermutlich würdest du dir hinterher noch Vorwürfe machen, wie du so gemein sein konntest und einen Menschen so verletzt hast. Und das dann auch noch zu Recht, daß du dir diese Vorwürfe machen würdest.

Ich find´s klasse, daß Dir das gelingt, was du als Problem ausgemacht hast, eben, daß du auf Menschen zugehen kannst, daß du Kontakte knüpfst - überfordere dich nicht damit, das nun ständig von dir zu erwarten, es ist doch ok, daß du es kannst, wenn auch nicht immer.

Das mit dem Beinbruch bzw. keinen Beinbruch, wenn es wieder mal "passiert" ist, solange dein restliches Leben noch gut läuft, hm, damit hab ich dann wieder Probleme, denn schließlich begann mal alles genau auf diese Tour. Also nimm´s nicht zu leicht, wobei ich dir das auch nicht wirklich unterstelle.
Jeder Tag ohne die OSS ist ein guter Tag Lächeln

lg
Aldo




06.07.2008 15:44:23  
F.J.fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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danke für deinen eintrag, aldo!

richtig, die aggressionsphantasien muss ich dringend loswerden. Ich hab das heute morgen nach dem aufwachen aufgeschrieben, was ich im halbschlaf geträumt habe. Ich laufe nicht ständig mit solchen Bildern rum, aber manchmal kommen sie halt und das zeigt mir, dass ich das ganze noch nicht endgültig verarbeitet habe. aber ich bin dabei, ich denke immer seltern über diese gescheiterte beziehung nach und irgendwann wird es ganz verschwinden. Das Mädchen steckte selber in ziemlichen psychischen Problemen, von daher war sie mit meiner Sucht einfach überfordert. Ich denke, dass ist die akzeptabeleste Version der Ereignisse, die es mir ermöglichen, zu verzeihen. Ein Stück weit hat sie dennoch als entscheidungsfähige Person Verantwortung getragen und man kann nicht einfach alles auf Kindheit, persönliche Probleme etc. schieben, und da heißt es dann nicht verstehen und erklären warum sie so gehandelt hat, sondern wirklich verzeihen. Das versuche ich.

Über Rückfall: Ich will nix verharmlosen, und ich denke nicht, dass mir das Problembewusstsein hier abhanden gekommen ist. Ich denke nur, dass es der falsche Weg ist, sich nach einem Rückfall mit Schuldgefühlen selbst fertig zu machen, das macht die Sache nur noch schlimmer. Dasselbe gilt übrigens für das andere Problem, die sozialen Ängste. Positiv Denken, Erfolge erinnern anstatt Rückschläge, bringt mehr als sich ständig vorzuhalten, was alles nicht geklappt hat. Heute hat einiges nicht gut geklappt, aber vieles habe ich heute richtig gemacht, z.B. war ich nicht im Sumpf, bin unter Leute gegangen, habe mit bekannten und unbekannten Leuten geredet, und das war gut. Ich erinnere mich lieber an das, als an die Moment der Unsicherheit. Soweit erstmal.

Grüße an alle die Mitlesen und viel Kraft!


07.07.2008 00:53:51   
karamba68fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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bist du gerade hier unterwegs?


07.07.2008 16:27:36  
karamba68fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hi F. J.,

bleibeb dran und vor allem weiter so ehrlich zu dir.

Gruß

karamba


07.07.2008 16:40:22  
F.J.fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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hallo,

ich hab das forum echt lange nicht genutzt, getreu nach dem Motto "keine nachrichten sind gute nachrichten".

Zwar gab es seit Juli schon auch immer wieder Rückfälle gab, es sich aber in Grenzen hielt und ich andere Kontrollen hatten (Therapie seit August) und mein Leben ansonsten recht gut verlieft (soziales gut, Job gut, Hobbys gut, einziges minus immer noch allein aber das muss ja nicht nur schlecht sein).

Mitte August fing ich dann an wieder abzudriften mit mehrmals wöchentlichen sessions. Das wurde dann aber gestoppt ganz einfach dadurch, dass ich auf eine zweimonatige Reise gefahren bin, Dienstreise und Urlaub nacheinander, dort gab es keine Möglichkeiten für OS.

Zurückgekommen Ende November, war ich erstmal eine Woche krank und war auch prompt wieder mehrere Tage mehrere Stunden im OS-Sumpf. Dann habe ich meine Therapie wieder aufgenommen und seitem war ich clean (das waren dann knapp sechs wochen), habe in der Zeit auch mit einer anderen Sucht aufgehört, dem Rauchen, und mich insgesamt stark gefühlt.

Letztes Wochenende war ich dann wieder 2 Stunden im Sumpf, und dann letzte Nacht 4 Stunden (bis morgens früh), fühl mich grad auch demenstprechend "verkatert". Dass ich wieder abgerutscht bin, hängt oberflächlich mit einem Therapeutenwechsel zusammen. Mit dem alten hatte ich eine konkrete Vereinbarung (Für jede 10 min. OS werden 10 Euro an eine Sekte gespendet), die mich vom OS abgehalten hat, die wurde dann wöchentlich kontrolliert und das funktionierte sehr gut. Kurz vor Weihnachten hat eine andere Therapeutin aus der selben Praxis mich übernommen. Ist eigentlich kein Problem, mit der Frau komme ich klar und ich denke sie ist kompetent, mir zu helfen. Aber durch den Wechsel und dadurch, dass wegen Feiertagen jetzt erstmal 3 Wochen keine Sitzungen sind, kann ich mir wunderbar einreden, dass diese Vereinbarung ja nicht mehr greift (obwohl sie schon davon weiß, ich bilde mir dann entweder ein dass sie's vergisst oder ich sie davon überzeugen kann, dass ich dieses eine mal nicht zahlen muss...). Aber das wird wohl eher nicht passieren. Zudem, unabhängig von der Vereinbarung möchte ich diesen OS-Kram nicht mehr, die langen Stunden vorm Rechner, die Müdigkeit danach, der Selbsthass über die eigene Schwäche, dieses Doppelleben wo man seine ein Seite versteckt und sich ihrer schämt, die Weltflucht, das bringt einen ja nicht weiter. Und trotzdem mach ich's immer wieder, trotzdem kommt mir der Wille zum Aufhören und das Wissen, dass ich's nicht brauch und es mich kaputt macht, immer wieder abhanden. Nun gut, ich will jetzt wieder anfangen. Ich bin onlinesüchtig und will mit dem sch... aufhören! Ich weiß, dass ich den Mist nicht brauche und ich weiß auch, dass ich den Willen besitze, um nein zu sagen. Ich hab ein gutes Netz: Therapie, SHG, das Forum, und dass möchte ich weiter nutzen. Jetzt heißt es erstmal durch die Feiertage kommen bis Arbeit und Therapie wieder anfangen, dann bleibt ohnehin weniger Zeit für OS.

Festliche Grüße und bis bald, ihr hört sicher wieder bald von mir,

F.J.







25.12.2008 10:06:31   
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