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Forum Übersicht » Feste/Festtage » Weihnachten » Weihnachtsgedichte
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Weihnachtsgedichte
sachsenmietzefehlende Rechte fehlende Rechte erste Beitrag kann nicht gelöscht werden -> lösche das ganze Thema 
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Knecht Ruprecht
*************
Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;

Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit grossen Augen das Christkind hervor;

Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:

"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!

Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,

Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;

Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"

Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;

Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."

- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:

Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Fressen fromme Kinder gern."

- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;

Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."

Christkindlein sprach:" So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"

Von drauss' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Nun sprecht, wie ich's hier innen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?







" Wemmr ä Baar Laadschn hadd,
unn der eene is weck,
unn mr hadd bloß den andrn ...
da nudzn een alle beede nischd.



."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
08.11.2008 00:51:11   
randyfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Am heiligen Abend

O heiliger Abend,
mit Sternen besät,
wie lieblich und labend
dein Hauch mich umweht!
Vom Kindergetümmel,
vom Lichtergewimmel
aufschau ich zum Himmel
in leisem Gebet.

Da funkelt von Sternen
ein himmlischer Baum,
da jauchzt es im fernen,
ätherischen Raum;
da lassen die Sphären
in seligen Chören
glückwünschend sich hören;
mir klingt’s wie im Traum.

Es führet mit Feuer
Orion den Chor,
die himmlische Leier
töt golden hervor;
dann folgen mit Schalle
die Sternelein alle;
dem lieblichsten Halle
lauscht selig mein Ohr:

„O Erde, du kleine,
du dämmernder Stern,
doch gleichet dir keine
der Welten von fern!
So schmählich verloren,
so selig erkoren,
auf dir ist geboren
die Klarheit des Herrn!"

„Wir wandeln da oben
im ewigen Licht,
den Schöpfer zu loben
ist selige Pflicht;
wir wallen und wohnen
seit vielen Äonen
und himmlischen Thronen
und sündigen nicht."

„Wir funkeln im alten
urewigen Glanz,
du hast nicht behalten
den himmlischen Kranz;
doch neu dich zu heben
vom Tode zu Leben,
hat dir sich ergeben
der Ewige ganz!"

„Wir kennen nicht Tränen,
nicht Tod und nicht Grab,
doch ziehet ein Sehnen
zu dir uns hinab,
wo liebend gelitten,
wo segnend geschritten
durch niedrige Hütten
dein göttlicher Knab’."

„Du unter den Welten
wie Bethlehem klein,
in himmlischen Zelten
gedenket man dein."
So klangen die Lieder
der Sterne hernieder,
da freut ich mich wieder,
von Erde zu sein.

Karl Gerok
Theologe und Lyriker





Mir Sachsen, mir sinn helle, das weeß de ganze Weld, un sinn mer maa nich helle, da hammer uns ferschdelld!

25.11.2008 12:04:23   
sachsenmietzefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Schneemanngedicht

Ein seltsamer Kerl

Ein dicker Mann steht vor der Tür.

Ich frage mich, was will der hier?

Er schnieft und schnüffelt so herum.

Sein Rücken, der ist schon ganz krumm.


Die Nase läuft und tropft - igitt -

und Wasser fließt bei jedem Schritt.

Er geht schon fast auf allen Vieren

und den Hut wird er auch gleich verlieren.

Gabriele Thalmann




" Wemmr ä Baar Laadschn hadd,
unn der eene is weck,
unn mr hadd bloß den andrn ...
da nudzn een alle beede nischd.



."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
29.11.2008 22:39:38   
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Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten),
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Mops rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Luna sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Randy und "Baum" und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
- bei Fränzchen oder Lieschen -
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.





" Wemmr ä Baar Laadschn hadd,
unn der eene is weck,
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."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
08.12.2008 11:04:41   
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Es is fei wor und is ka Witz,
die G´schicht von unserer Christbaumspitz.
Des wor a scheene Spitz -
jawohl-, wor außen silbrig, inna hohl,
drum hot mei Frau g´sacht, guter Fritz,
gib Obacht auf die Christbaumspitz.

I hob do grod in Christbaum putzt
und häd mi werkli bald verhutzt
und wals prässiert hom tout drum ebn,
lang ich mit meiner Hend danebn.
Der Mensch macht manchmal sedda
Schnitz und drunten licht´s die Christbaumspitz.

Mei Frau die wor do nit zur Stell,
drum hob i denkt do handelst schnell.
Die hinterer Seit´n wor lediert,
die hob i g´scheit mit Leim o´gschmiert,
hob´s wieder nauf pappt auf ihrn Sitz,
glei hie an Baum, die Christbaumspitz.

Wer´s gwißt hätt, der hätt´s deitli g´segn,
doch i hob gor nix g´sacht deswegn.
Bloß bei der Bescherung, do wars dumm,
mir stenga um den Christaum rum
und wie mei Frau singt - einsam wacht -
do hot´s auf amol so komisch kracht.
I merk, wie ich ganz plötzli schwitz,
am Boden licht´s die Christbaumspitz.

Ich bloß mit der Axel zuckt
und hob an der Kravattn g´ruckt.
Hob g´sacht do dro is Schuld etz fei
derrbei ner bloß dei hoche Singerei.
Die kräftigen Tön, die hom´s zerhaut,
warum pläkst a immer gor so laut,
du schnullst a viel zu viel Lakritz,
sichst, etz is hie die Christbaumspitz.

In Wirklichkeit is anders g´west.
Der Leim, der hot si langsam g´löst
und hot halt nemmer a so pappt,
drum hot die Spitz sich g´lockert g´habt -
und Schuld dro wor die Ofenhitz
und ich an dera Christbaumspitz.

Autor Unbekannt





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."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
12.12.2008 12:16:08   
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."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
15.12.2008 17:49:41   
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Ein Besuch vom Nikolaus

In der Nacht vor dem Christfest, da regte im Haus
sich niemand und nichts, nicht mal eine Maus.
Die Strümpfe, die hingen paarweis am Kamin
und warteten drauf, daß Sankt Niklas erschien.
Die Kinder lagen gekuschelt im Bett
und träumten vom Apfel- und Nüsseballett.

Die Mutter schlief tief, und auch ich schlief brav,
wie die Murmeltiere im Winterschlaf,
als draußen vorm Hause ein Lärm losbrach,
daß ich aufsprang und dachte: Siehst rasch einmal nach!
Ich rannte zum Fenster, und fast noch im Lauf
stieß ich die knarrenden Läden auf.

Es hatte geschneit, und der Mondschein lag
so silbern auf allem, als sei's heller Tag.
Acht winzige Rentierchen kamen gerannt,
vor einen ganz, ganz kleinen Schlitten gespannt!
Auf dem Bock saß ein Kutscher, so alt und so klein,
daß ich wußte, das kann nur der Nikolaus sein!

Die Rentiere kamen daher wie der Wind,
und der Alte, der pfiff, und er rief: "Geschwind!
Renn, Renner! Tanz, Tänzer! Flieg, fliegende Hitz'!
Hui, Sternschnupp'! Hui, Liebling! Hui, Donner und Blitz!
Die Veranda hinauf, und die Hauswand hinan!
Immer fort mit euch! Fort mit euch! Hui, mein Gespann!"

Wie das Laub, das der Herbststurm die Straßen lang fegt
und, steht was im Weg, in den Himmel hoch trägt,
so trug es den Schlitten auf unser Haus
samt dem Spielzeug und samt dem Sankt Nikolaus!
Kaum war das geschehen, vernahm ich schon schwach
das Stampfen der zierlichen Hufe vom Dach.

Dann wollt' ich die Fensterläden zuzieh'n,
da plumpste der Nikolaus in den Kamin!
Sein Rock war aus Pelzwerk, vom Kopf bis zum Fuß.
Jetzt klebte er freilich voll Asche und Ruß.
Sein Bündel trug Nikolaus huckepack,
so wie die Hausierer bei uns ihren Sack.
Zwei Grübchen, wie lustig! Wie blitzte sein Blick!
Die Bäckchen zartrosa, die Nas' rot und dick!
Der Bart war schneeweiß, und der drollige Mund
sah aus wie gemalt, so klein und halbrund.
Im Munde, da qualmte ein Pfeifenkopf,
und der Rauch, der umwand wie ein Kranz seinen Schopf.

Ich lachte hell, wie er so vor mir stand,
ein rundlicher Zwerg aus dem Elfenland.
Er schaute mich an und schnitt ein Gesicht,
als wollte er sagen: "Nun, fürchte dich nicht!"
Das Spielzeug stopfte er, eifrig und stumm,
in die Strümpfe, war fertig, drehte sich um,
hob den Finger zur Nase, nickte mir zu,
kroch in den Kamin und war fort im Nu!

In den Schlitten sprang er und pfiff dem Gespann,
da flogen sie schon über Tal und Tann.
Doch ich hört' ihn noch rufen, von fern klang es sacht:
"Frohe Weihnachten allen, und allen gut' Nacht!"







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15.12.2008 20:33:25   
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bearbeitet von sachsenmietze am 18.12.2008 08:08:14
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18.12.2008 08:06:29   
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Der Schneemann ...

Guten Morgen weißer Herr,
dick und schwer!
In unserem Garten stehn,
ist das nicht schön?
Schau´n Sie nur die Bäume an!
Im Sommer hängen Kirschen dran!
Ihr Hut mein Herr ist wirklich sonderbar;
ob er nicht einmal ein Kochtopf war?
Ihre Nase spitz und gelb, lag sie nicht drüben
im Küchenkorb noch gestern bei den Rüben?
Ach, Ihre Pfeife gibt ja keinen Rauch!
Und Knöpfe fehlen an der Weste auch!
Welcher Schneider
hat ihre Kleider
über Nacht
so schön gemacht?
Ihr Wanderstecken ist famos!
Sie wollen mich fangen? Bitte! Los!
Der stille Riese rührt sich nicht;
was ist er doch für Dich ein armer Wicht!
Die Spatzen gehen ohne Manieren
auf einem Eisenhut spazieren.
Nun schmilzt er gar im Sonnenschein!
Ich möchte wirklich kein Schneemann sein!

Anonymus







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."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
18.12.2008 08:20:37   
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Vorfreude auf Weihnachten


von Joachim Ringelnatz,(* 7. August 1883 in Wurzen; † 17. November 1934 in Berlin; eigentlich Hans Gustav Bötticher) war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist.



Ein Kind - von einem Schiefertafel Schwämmchen

Umhüpft - rennt froh durch mein Gemüt.

Bald ist Weihnacht! - Wenn der Christbaum blüht,

Dann blüht er Flämmchen.


Und 'Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt

Uns mild. - Es werden Lieder, Düfte fächeln. -

Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch

Fünktchen glimmt,

Wird dann doch gütig lächeln.


Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes

Alle unfeindlich sind - einmal im Jahr! -

Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.

Wie es sein soll, wie's allen einmal war.





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."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
20.12.2009 21:18:16   
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Noch eins vom Joachim dem Ringelnatz

Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu

Die Springburn hatte festgemacht
Am Petersenkai.
Kuttel Daddeldu jumpte an Land,
Durch den Freihafen und die stille heilige Nacht
Und an dem Zollwächter vorbei.
Er schwenkte einen Bananensack in der Hand.
Damit wollte er dem Zollmann den Schädel spalten.
Wenn er es wagte, ihn anzuhalten.
Da flohen die zwei voreinander mit drohenden Reden.
Aber auf einmal trafen sich wieder beide im König von Schweden.

Daddeldus Braut liebte die Männer vom Meere,
Denn sie stammte aus Bayern.
Und jetzt war sie bei einer Abortfrau in der Lehre,
Und bei ihr wollte Kuttel Daddeldu Weihnachten feiern.

Im König von Schweden war Kuttel bekannt als Krakeeler.
Deswegen begrüßte der Wirt ihn freundlich: "Hallo old sailor!"
Daddeldu liebte solch freie, herzhafte Reden,
Deswegen beschenkte er gleich den König von Schweden.
Er schenkte ihm Feigen und sechs Stück Kolibri
Und sagte:" Da nimm, du Affe!" Daddeldu sagte nie "Sie".
Er hatte auch Wanzen und eine Masse
Chinesische Tassen
für seine Braut mitgebracht.

Aber nun sangen die Gäste "Stille Nacht, Heilige Nacht",
Und da schenkte er jedem Gast eine Tasse
Und behielt für die Braut nur noch drei.
Aber als er sich später mal darauf setzte,
Gingen auch diese versehentlich noch entzwei,
Ohne daß sich Daddeldu selber verletzte.

Und ein Mädchen nannte ihn Trunkenbold
Und schrie: er habe sie an die Beine geneckt.
Aber Daddeldu zahlte alles in englischen Pfund in Gold.
Und das Mädchen steckte ihm Christbaumkonfekt
Still in die Taschen und lächelte hold
Und goß noch Genever zu dem Gilka mit Rum in den Sekt.

Daddeldu dachte an die wartende Braut.
Aber es hatte nicht sein gesollt,
Denn nun sangen sie wieder so schön und so laut.
Und Daddeldu hatte die Wanzen noch nicht verzollt,
Deshalb zahlte er alles in englischen Pfund in Gold.

Und das war alles wie Traum.
Plötzlich brannte der Weihnachtsbaum.
Plötzlich brannte das Sofa und die Tapete,
Kam eine Marmorplatte geschwirrt,
Rannte der große Spiegel gegen den kleinen Wirt.
Und die See ging hoch und der Wind wehte.

Daddeldu wankte mit einer blutigen Nase
(Nicht mit seiner eigenen) hinaus auf die Straße.
Und eine höhnische Stimme hinter ihm schrie:
"Sie Daddel Sie!"
Und links und rechts schwirrten die Kolibri.

Die Weihnachtskerzen im Pavillon an der Mattentwiete erloschen.
Die alte Abortfrau begab sich zur Ruh.
Draußen stand Daddeldu
Und suchte für alle Fälle nach einem Groschen.

Da trat aus der Tür seine Braut
Und weinte laut:
Warum er so spät aus Honolulu käme?
Ob er sich gar nicht schäme?
Und klappte die Tür wieder zu.
An der Tür stand:"Für Damen."

Es dämmerte langsam. Die ersten Kunden kamen,
Und stolperten über den schlafenden Daddeldu.


Joachim Ringelnatz


Foto gemeinfrei


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21.12.2009 21:04:46   
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" O Tannebaam, o Tannebaam, nu sieht mer bal dich wieder;
e jedes singt von dir derham
de schönnsten Weihnachtslieder.
Doß deine Nodeln immer grü
dos wußten mir als Kinner schie ...

O Tannebaam, oTannebaam,
wie oft werscht du besunge!
Voll Adacht singe allezamm,
de Alten un de Gunge.

När du, du machst e dumms Gesicht,
dä mehstens bist du när -
e Ficht ! . . . "


Max Wenzel (* 8. April 1879 in Ehrenfriedersdorf; † 4. September 1946 in Chemnitz)




bearbeitet von sachsenmietze am 31.12.2009 09:25:07
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31.12.2009 09:12:45   
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" Arzgebirgische Weihnachten " Arthur Schramm 1941



" Wenn de Nacht zun Tog gemacht,

Wird gebastelt un gewercht,

Wenn de selbstgeschnitzte Pracht

In Versteck werd neigepfercht,

Wenn' s su haamlich weit un breit,

Nochert kimmt de Weihnachtszeit. -



Wenn' s bei uns eischneie tut

Un de Ard do drubnd werd weiß,

Dann liegt' s gung un alt en Blut:

Blüht bal' wieder gunges Reis.

Wenn de Christbaam erscht sei da,

Nochert kimmt Weihnachten raa. - -



Wenn dr Christ in en erwacht,

Daß mer sich werd racht bewußt,

Wos geschah in heil'ger Nacht,

Regt sich Fried' tief in dr Brust.

Wenn dr Mensch sein Gott kimmt nah -,

Nochert is es Christfast da. - - -



Dann schenkt Lieb', herrscht Lust un Freed:

Licht strahlt in de Harzn nei.

E Stück vun dr Seligkeet

Zieht als "Frieden" in en ei.

Wu dr Mensch zun Mensch sich find' ,

Dort is aah es Christuskind !!! - "

Georg Arthur Schramm (* 30. Mai 1895 in Annaberg; † 19. Mai 1994 Annaberg-Buchholz)






bearbeitet von sachsenmietze am 31.12.2009 09:28:25
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31.12.2009 09:20:56   
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Die gefrornen Fenster


In Häusern findet man, zur Winterszeit,
Solch' eine wunderbar formierte Zierlichkeit,
Die keiner tüchtig zu beschreiben,
Wenn die gefrornen Fensterscheiben,
Von tausend zierlich und schönen Kreaturen,
Uns tausend zierliche Figuren,
In solcher zarten Nettigkeit,
In solcher lieblichen Vollkommenheit,
Die doch in dunkler Nacht gezeuget, früh uns zeigen.



Man siehet in den kalten Zimmern
Oft Täler, Felsenbrüch', erhabne Berge, Felder,
Nebst ungezählten krausen Zweigen,
Als wenn sie in Kristall geschnitten wären, schimmern.
Man siehet Wolken, Buschwerk, Wälder,
So Tannen bald, Palm- und Eichen,
An Baumschlag, Zweig' und Stämmen gleichen:
Von Blumen, Sternchen, Vögeln, Tieren,
Von Federbüschen, Fliegen, Mücken,
Sich mancherlei Gestalt formieren,
Ja sich zuweilen gar mit rechten Schlössern schmücken.



Die Schlösser aus gefrornem Duft,
So man, im Frost am Fenster schauet,
Vergleichen sich den Schlössern in der Luft,
Die mancher sich des Nachts auf seinem Lager bauet,
Die nicht von längrer Daur, als eines Traumes Freude.
Denn eh man sich's versieht, sind beide schnell dahin,
Die dort aus dem Gesicht, die hier aus unserm Sinn:
Der Sonnen Strahl vereitelt alle beide.



Ein jedes Scheibenglas gleicht einer Schilderei,
In einem glatten Rahm' von Blei,
So eine Winterlandschaft zeiget:
Ein jedes ist so schön, so wunderschön geschmückt,
Die Bilder so subtil und deutlich ausgedrückt,
Daß es nicht nur das Aug' ergetzet,
Das Hertz selbst in Vergnügung setzet,
So gar, daß wer es sieht und diese Pracht ermißt,
Der strengsten Kälte selbst darüber ganz vergißt.



Zumal wenn an und durch die klaren Spitzen
Der Morgenröte Strahlen blitzen,
Und an dem weißen Eis ihr lieblich rötlich Licht
Auf tausend Arten sich im Wiederschlagen bricht;
So schwüre man darauf, da es so schön durchstrahlet,
Als wär ein jeder Strich, als wär' ein jedes Bild,
Ein jegliches Gewächs, womit es angefüllt,
Mit diamantnem Staub entworfen und gemalet.
Allein, indem sie recht im höchsten Schimmer prangen,
Sind sie vergangen.




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."Liebe dich selber, dann können dich die Anderen gern haben!
04.12.2010 10:52:00   
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Seh' ich so manche schön- und zierliche Figur
In einem Augenblick zerfließen und verschwinden;
So deucht mich, von der sich verwandelnden Natur,
Als ihrem Urbild selbst, ein schreckend Bild zu finden.
In der, hierdurch auch mich bedrohnenden, Gefahr
Ist dies mein Trost: Ich werde doch bestehen.
Laß alles schwinden und vergehen;
Mein Gott ist stets unwandelbar.


Berthold Heinrich Brockes (1680 -1747)







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04.12.2010 10:56:58   
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