Herzlich willkommen im Forum von www.onlinesucht.de (HSO e.V.)
...........................................................

Unsere virtuellen Selbsthilfegruppen treffen sich jeden ...

* Montag (Angehörige) ab 20 Uhr,
* Mittwoch (Onlinespiel-und Onlinekaufsüchtige) ab 20 Uhr
* Donnerstag (Betroffene Onlinesexsüchtige) ab 20 Uhr!


Es geht um EUREN gegenseitigen Erfahrungsaustausch und um die Hilfe zur Selbsthilfe.


...+++ Klick auf den Banner +++

Bitte registriert Euch, erstellt Euer Profil und ruft im Raum die "HILFE" auf, so dass Ihr Euch über die zahlreichen Möglichkeiten informieren könnt!


Sämtliche Beiträge unterliegen dem Copyright (C) von Gabriele Farke * Alle Infos zum Thema Onlinesucht hier: www.onlinesucht.de

....


SearchSuchen CalendarKalender GalleryGalerieAuktions-PortalAuktionenMembersMitglieder StatisticsStats
get your RSS-Feed
Language/Sprache:  Admin  
 Login: ChatChat (0) new User-MapUser-Mapsend PasswordPasswort zusenden RegisterRegistrieren

Forum Übersicht » WOW - World of Warcraft und andere PC-Spiele » Angehoerige berichten ueber ihre onlineSPIELsuechtigen Partner und Kinder » Sucht nur zeitlich definierbar?
Seiten: (1) [1] »
Registrierung notwendigRegistrierung notwendig
Sucht nur zeitlich definierbar?
Patschiefehlende Rechte fehlende Rechte erste Beitrag kann nicht gelöscht werden -> lösche das ganze Thema 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 6
Mitglied seit: 04.02.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hallo zusammen,
ich bin mit einem Onlinegamer verheiratet. Wir sind seit 4,5 Jahren zusammen, verheiratet seit knapp 2 Jahren und haben 3 Kinder (2 habe ich mitgebracht, ein gemeinsames).

Als wir uns kennenlernten, spielte mein Mann sehr sehr viel WOW. Als ich mitbekam, dass er teilweise stundenlang tagsüber davor saß, während ich arbeiten war (und deshalb sein Studium vernachlässigte, was er später auch abbrach)und auch nachts aufstand, wenn ich schlief, um weiter zu spielen, krachte es hier gewaltig. Er war auch einsichtig und seitdem spielt er kein WOW mehr, sondern ist auf andere Spiele ausgewichen.

Es war jetzt wirklich ein jahrelanger Kampf. Inzwischen hatten wir Regeln aufgestellt, was das Spielen angeht, die lauteten: ein Abend die Woche bis maximal 22 Uhr, ein Abend bin maximal 1 Uhr früh und gelegentlich mal mittags, wenn die Kids nicht da sind, bzw die Kleine Mittagsschlaf macht. Das funktionierte eher schlecht. Er hat grundsätzlich überzogen und kam oft erst zwischen 2-3 Uhr ins Bett und spielte (weil er arbeitslos war für ein paar Monate)auch mittags immer mehr. Zusätzlich spielte er IMMER, wenn ich nicht da war.
Sagte ich was, übertrieb ich oder stellte mich an. Habe ihn oft angesprochen, dass ich es enttäuschend finde, wenn er sich nicht an Absprachen hält und mich nicht ernst genommen fühle. Dazu kam noch, dass er vor seinen Online-Freunden dann gern über mich "schimpfte", er dürfe ja nicht mehr spielen. (Dabei war es eine gemeinsame Absprache mit den Regeln.)

Jetzt arbeitet er seit einem Monat wieder und spielt dadurch natürlich zwangsläufig weniger. Er nutzt aber weiterhin jede Gelegenheit, wenn ich nicht da bin zum Spielen und er lügt mich an, was die tatsächliche Zeit angeht. Das beste Beispiel war das vorletzte Wochenende. Ich war ab Freitag mit der Kleinen im Krankenhaus, weil sie sehr krank war. Er blieb zuhause und kam auch am Sa erst Mittags zu uns. Frühen Abend ging er wieder (und war im Übrigen den ganzen Nachmittag so was von müde und schlecht gelaunt). Auf meine Frage, wann er denn im Bett war, sagte er halb 2. Ok dachte ich...er hat gespielt, habe ich auch nicht anders erwartet. Da er mir vorher schon sagte, dass er zuhause schon alles erledigt hätte, konnte ich dann auch damit leben. Am So wollte er um 9.30 Uhr da sein. Er kam dann um 11.30, ohne sich gemeldet zu haben und ohne eine kleine Entschuldigung. Sein Wecker hätte nicht geklingelt. Also im Endeffekt war es dann so, dass ich am Montag mit der Kleinen nach hause kam und hier war bis auf einmal durchgesaugt, nix gemacht. Keine Wäsche, die Essensreste von Freitag standen noch in der Küche, der Hund hatte kein Wasser, Klo stank. Ich hatte da eine Vermutung und guckte nach, wann der PC denn an war am Wochenende. Freitag, sofort als wir los waren zum Krankenhaus bis 4 Uhr früh! Natürlich hatte er dann nicht ausgeschlafen und hatte kaum Energie mich zu unterstützen. Sa auch gleich, als er wieder zuhause war wieder bis 4 Uhr. (jaa, natürlich hört er den Wecker um 8 dann nicht, wenn er erst nach 4 im Bett war)Und sonntag abend dann bis 24 Uhr. Das waren mal kurz hochgerechnet über 20 Stunden an diesem einen Wochenende. Bei uns war er maximal 10 Stunden, und hier zuhause was gemacht....hmm...10 Minuten? Ich habe ihn darauf angesprochen, von ihm kam aber wie immer nichts. ICH bin die Böse, weil ich ihm ja Vorwürfe mache.

In normalen Wochen ist er jetzt so bei ca. 10-12 Stunden die Woche spielen. Finde ich jetzt nicht sonderlich dramatisch. Dramatisch finde ich aber die Lügen in Bezug aufs Spielen und die Vernachlässigung der Familie und der Pflichten dabei. Noch dramatischer finde ich die Tatsache, dass er hier zuhause zwar diszipliniert seine Aufgaben erledigt, wenn ich ihn darum bitte, ich aber immer das Gefühl habe, er ist nur widerwillig hier bei uns. Er zieht den ganzen Tag ne Fresse...ist gereizt, genervt und schlecht gelaunt. Fröhlich sehe ich ihn selten, es sei denn, er sitzt vor dem Pc. Ich habe das Gefühl, dass ich hier gerade die Böse bin, die ihm jeglichen Spaß am Leben nimmt. Dabei erwarte ich doch nur einen verantwortungsbewussten Partner an meiner Seite. Ich habe eigentlich auch gar keine Lust, Regeln aufzustellen...er ist doch nicht mein Kind. Mein Problem ist: Tue ich dieses nicht, übertreibt er es wieder und dann sehe ich keine andere Möglichkeit, als mich zu trennen. Ich möchte das nicht, deshalb versuche ich ihn innerhalb eines erträglichen Rahmen zu halten. (wie blöd das klingt) Ich merke, wie ich mich gerade immer weiter zurückziehe, weil ich keine Lust mehr habe, immer nur zu meckern, zu erinnern, mich zu beschweren. Ich denke mir immer, ich habe es doch oft genug gesagt...warum bin ich nicht wichtig genug, dass er sich wenigstens von sich aus an Absprachen hält? Das ist so anstrengend. Ich weiß aber auch nicht, wie ich ihm das begreiflich machen soll...denn er hört immer nur Vorwürfe gegen das Spiel. Das ist es ja aber gar nicht. Er kann ja spielen, solange er verantwortungsvoll damit umgeht und seine Familie nicht vernachlässigt. Ich bin aber nicht in der Lage, ihm das näher zu bringen. Weiß jemand Rat?


04.02.2013 12:29:24   
Maggyfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 17
Mitglied seit: 18.01.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hi Platschi..
Ich kann dein Problem nur zu gut nachempfinden, mein Mann hat das gleiche Prob. allerdings kommt noch eine OnlinSexSucht hinzu, aber das Schema des Süchtigen ist ähnlich...
Wenn dein Mann sich agro verhält oder dir die Schuld zuweist, dann denke dran, es ist die Sucht die aus ihm spricht.
Vielleicht hilft es, wenn du ihm ein ultimatum stellst. Die Pistole auf der Brust hilft leider nicht, da macht er wahrscheinlich dicht.
Schreibe ihm einen Brief, wie du dich fühlst, und was er besser machen kann.
Ich selber bin leider gescheitert, mein Mann hat sich für WOW und gegen eine Therapie entschieden.
An dem Tag als er den PC aus der Wohnung getragen hat, war ich um Tonnen leichter. Er selber hat, glaube ich, da erst regestriert, wie ernst es ist.
Was nicht heißt, dass du die Ehe beenden sollst, es lohnt sich immer zukämpfen.
Leider waren bei uns zuviele Faktoren im Spiel.

LG Maggy





04.02.2013 13:48:21  
Patschiefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 6
Mitglied seit: 04.02.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


Danke für deine Antwort. Tut mir leid, zu hören, dass deine he daran zerbrochen ist. Enttäuscht
Ich habe ihm schon mehrmals Briefe geschrieben, weil ich das Gefühl hatte, im Gespräch nicht wirklich an ihn heranzukommen, da blockt er sofort ab. Leider haben diese Briefe nie viel bewirkt. Er hat dann zwar seine Spielzeiten reduziert, aber an seiner Einstellung hat sich nicht viel geändert. Es ist nicht wirklich bei ihm angekommen, sondern er macht es, damit ich nicht mehr meckere. Er spielt ja auch wirklich wenig für seine Verhältnisse momentan, aber die Art, wie er damit umgeht ist das Problem. Dass er einen auf Heimlich macht und dass ich zusätzlich das Gefühl habe, dass er ansonsten nicht viel Freude am Leben hat. Er funktioniert zwar, kommt mir aber manchmal wie ein Roboter vor, der nur darauf wartet, dass der Tag endlich zuende gehen möge, wenn er nicht spielt. Er hat selbst mal gesagt: Was willst du eigentlich noch? Ich spiele weniger wegen DIR, ich würde, wenn du nicht wärst viel mehr spielen. Ich helfe dir im Haushalt, ich setze mich abends zu dir und wir schauen einen Film gemeinam. Was willst du noch?

Ja, es ist richtig, er funktioniert und mn sollte meinen, ich sollte doch zufrieden sein, aber dieses ewig traurige und angenervte geht mir so auf die Nerven und macht mich richtig traurig, ihn so zu sehen. Habe dann das Gefühl, die Böse zu sein und er nur gezwungenermaßen anwesend ist....körperlich!

Keine Ahnung, was ich machen soll.


05.02.2013 08:13:50   
Maggyfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 17
Mitglied seit: 18.01.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hi..
Ich denke eine Therapie täte ihm ganz gut, aber muss es aus eigenen Stücken auch wollen.
WOW macht soviel kaputt, man fühlt sich wie ein Störfaktor seines Lebens. Wenn ihr nicht wäret,dann könnte ich mehr spielen...(hört er sich selber mal zu?)
Ich verstehe deine Verzweiflung und deine Wut... Habe mal versucht ihm Regeln aufzustellen, aber auch dies wurden dann mit der nächsten Instanz übergangen...
Ich sollte einfach mal die Fresse halten, wenn ich keine Ahnung davon hätte.
Kannst du mit den Kindern unterkommen für eine gewisse Zeit, vielleicht rüttelt es ihn wach...
Klar man weiß nicht für wie lange die Reue dann hält, aber sollte sich dann nichts ändern, kannst ihn immernoch verlassen.

LG Maggy


05.02.2013 11:27:13  
blechtrommelfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 9
Mitglied seit: 21.01.2011
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hallo Patschie,
wenn ich mir deine Leidensgeschichte so durchlesen, krieg ich echt die Wut, wahrscheinlich weil ich selbst kleine Kinder habe und weiß, wie anstrengend das sein kann, vor allem wenn man wenig Unterstützung durch den/die Partner/in bekommt.
Wut ist zwar ein schlechter Ratgeber, aber ich kann grad nicht anders: Ich denke, da ist echt mal ein Schuss vor den Bug nötig. Warum sollte er etwas verändern? Er kann spielen, bis die Leitung glüht, Beteiligung an Haushalt und Familie ist auf ein Minimum reduziert. Nur die Alte nervt halt, aber sobald die weg ist, wird gezockt, als ob es kein morgen gäbe, der erzähl ich halt irgendwas, die checkt ja eh nix.
Und wenn er sich zusammenreißen muss und nicht soviel spielen kann wie er will, dann lässt er es sich raushängen, wie sehr er leidet. Um dir mal so richtig zu zeigen, wie böse du zu ihm bist, was du ihm eigentlich antust mit deinem ewigen Gemecker.
geschrieben von Patschie am 05.02.2013 08:13:50Er funktioniert zwar, kommt mir aber manchmal wie ein Roboter vor, der nur darauf wartet, dass der Tag endlich zuende gehen möge, wenn er nicht spielt.
Offenbar scheinst du (ihr) nur mehr ein Störfaktor zu sein. Wenn Du (ihr) nicht da wärt, könnte er mehr spielen? Bitte schön, kann er haben:
geschrieben von Maggy am 05.02.2013 11:27:13Kannst du mit den Kindern unterkommen für eine gewisse Zeit, vielleicht rüttelt es ihn wach...

Alles Gute und viel Kraft
Blechtrommel


06.02.2013 11:16:39  
Patschiefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 6
Mitglied seit: 04.02.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


danke für eure Beiträge.

Ich habe mich jetzt ne ganze Zeit damit auseinander gesetzt und habe für mich beschlossen, dass ICH jetzt glücklich sein möchte. Ich möchte mein Gemütszustand nicht mehr davon abhängig machen, wie er drauf ist. Ich werde jetzt sehen, dass es mir gut geht. Zu allererst habe ich Meckern und Anweisen komplett eingestellt. Es ist seine Verantwortung und ich werde diese nicht mehr für ihn übernehmen. Gestern fragte ich ihn, ob er heute mit ins Kino kommt, woraufhin er meinte, er wollte heute spielen. Abends hat er sich dann noch umentschieden und fragte, ob er doch mitkommen könne. Ich habe sein Nein erstmal hingenommen und nur gesagt, dass ICH trotzdem ins Kino gehen werde, auch ohne ihn. Abends hatte er dann wieder schlechte Laune (denke, er hat sich gelangweilt, weil er meinte, er dürfe ja nicht spielen). Normalerweise versuche ich dann alles, seine Laune zu verbessern, gestern habe ich ihn einfach so sein lassen. Er ist dann um 21 Uhr ins Bett gegangen (schlecht gelaunt) und ich habe das einfach so hingenommen und mich um mich gekümmert. (Normalerweise hätte ich mich geärgert als wenn er zeit mit mir verbringt, geht er früh schlafen, vorm PC kann er die halbe nacht wach bleiben)

Erste Schritte und so werd ich es auch weiter handhaben, wo auch immer uns das hinführen mag. Außerdem habe ich mir einen Termin beim Psychologen besorgt und hoffe, dort Unterstützung zu bekommen dabei, dass es mir wieder besser geht.

Vielleicht wird er wach und merkt es selbst, vielleicht aber auch nicht. Liegt aber nicht mehr in meiner Hand. Und wenn er ganz ohne meine Kontrolle zu einem Menschen wird, mit dem ich nicht mehr zusammenleben möchte, dann ist es so. Es macht mich zwar schon traurig und ich habe auch gewisse Angst davor, dass es so kommen wird, aber was soll ich sonst tun. Ich kann ihn nicht ändern.

Lieben Gruß



08.02.2013 13:25:31   
Vikingblood80fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 33
Mitglied seit: 27.11.2012
IP-Adresse: gespeichert
offline



Hallo Patschie,

er muss es selbst wollen sonst bringt die beste Therapie nichts.

Wenn er weiter spielt (auch nur 1-2 Stunden am Tag) füttert er die Sucht immer weiter und das Gehirn will immer mehr. Das ist so wie wenn Du einem Alkoholiker erklären willst, dass er keinen Schnaps oder Wein mehr drinken darf, sondern nur noch Bier. Er wird damit nicht aufhören können, sondern wird irgendwann wieder Schnaps und Wein trinken.

Ich bin selbst süchtiger Spieler, habe letztes Jahr von März bis Mai eine stationäre Therapie gemacht - bin seit dem trocken. (Habe kein Computerspiel offline wie online gespielt seit dem.) Habe mit meiner Frau 3 gemeinsame Kinder, kann Deine Situation absolut nachempfinden. Ich habe in meiner Spielzeit auch mich sehr wenig um die Kinder gekümmert, habe es neben der Sucht auch nicht wirklich wahrgenommen.

Vor 3 Wochen haben meine Frau und ich uns getrennt - nicht wegen dem Spielen, sondern die Probleme waren schon vorher da. (Klar sind die in meiner Spielzeit nicht weniger geworden, sondern mehr.) Während der Therapie hat meine Frau voll zu mir gehalten und mich unterstützt, das muss ich ihr mega-hoch anrechnen.

Wenn's nicht anders geht, trenne Dich oder zieh' aus, sonst macht Dich seine Sucht auch mit kaputt, schütze Dich und die Kinder.

VG Viking


Heute ist der richtige Tag mit der Sucht aufzuhören. Es gibt keinen besseren.
08.02.2013 13:26:27  
Patschiefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 6
Mitglied seit: 04.02.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hallo Viking,
schön, dass du auch noch was dazu gesagt hast als ehemaliger Spieler. Was glaubst denn du...würdest du das Verhalten meines Mannes als Sucht betiteln, auch wenn das Spielen zeitlich gesehen gar nicht so viel Zeit einnimmt und er immerhin auch seiner geregelten Arbeit nachgeht? Wie bist du zu der Therapie gekommen? Bist du diesen Schritt allein gegangen? Wie hat sich deine Frau zu Spielzeiten verhalten und wie hast du es empfunden? Ich würd so gern verstehen, wie du siehst ;-)#

LG


08.02.2013 14:32:54   
Vikingblood80fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 33
Mitglied seit: 27.11.2012
IP-Adresse: gespeichert
offline



Hallo Patschie,

geschrieben von Patschie am 08.02.2013 14:32:54
Hallo Viking,
schön, dass du auch noch was dazu gesagt hast als ehemaliger Spieler.


das kann immer wieder kommen, man kann eine Sucht im Gehirn nicht löschen.

Freut mich, dass Du Interesse an meinen Einsichten hast.

geschrieben von Patschie am 08.02.2013 14:32:54
Was glaubst denn du...würdest du das Verhalten meines Mannes als Sucht betiteln, auch wenn das Spielen zeitlich gesehen gar nicht so viel Zeit einnimmt und er immerhin auch seiner geregelten Arbeit nachgeht?
LG


natürlich...die Zeit allein ist in meinen Augen kein Kriterium, bei Deinem Mann sind aber schon deutlich mehr Zeichen der Sucht erfüllt

* Kontrollverlust: er kann nicht mehr dann aufhören wann er möchte/wie vereinbart (1 uhr) sondern spielt länger...2 Uhr..3 Uhr..4 Uhr

* ständige gedankliche Beschäftigung mit dem Spiel, starker Wunsch nur noch zu spielen

* Toleranzentwicklung: er muss immer länger spielen, um sich "gut" zu fühlen

* Entzugserscheinungen: er ist schlecht gelaunt, reizbar, nervös, "Roboter"

* Vernachlässigung sozial erwünschter Verhaltensweisen: seines Umfeldes (Familie), beruflich (Studium abgebrochen) Kontakt zu Freunden abgebrochen?

und das stärkste der 6 Zeichen

* "Weiterkonsum" trotz spürbar schädlicher Folgen

Man spricht von einer Sucht wenn mindestens 4 dieser Merkmale erfüllt sind. Momentan ist das nur für stoffgebundene Süchte definiert, aus meinen persönlichen Erfahrungen kann man das aber auch auf Verhaltenssüchte anwenden.

geschrieben von Patschie am 08.02.2013 14:32:54
Wie bist du zu der Therapie gekommen? Bist du diesen Schritt allein gegangen?


Gute Frage. Hat lang gedauert. Hab Anfang 2009 angefangen bei Beratungsstellen mir Hilfe zu suchen. Es ging zwar meist kurzzeitig besser, war aber nicht die Hilfe die ich brauchte. Vor allem weil sich mit dem Thema keiner auskannte. Ende 2010 hatte ich den ersten Kontakt mit der Suchtberatungstelle/-klinik (Lukas Werk) hier in Braunschweig. Bin aber nicht hingegangen. Hab die Empfehlung von meiner Hausärztin, Beraterin und meiner Frau bekommen. War erst dort im September 2011, da war es mit dem Spielen besonders krass und ich musste einsehen, dass ich was ändern muss. Dort besuchte ich 3 Monate die offene (jeder kann einfach hingehen) Therapiegruppe "Forum Glücksspiel". Wie der Titel sagt, ist dies primär für Automatenspieler gedacht, aber es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten und es waren zwar wenige, aber ich war hin und wieder nicht der einzige PC Spieler dort. Es gab Stress und ich bin wieder rückfällig geworden. (Meine Frau ist über Weihnachten mit den Kindern abgehauen.) Meine Hausärztin hat mir dann eine Klinik empfohlen und dort wollte ich unbedingt hin. Das war Anfang Januar 2012. Das Lukas Werk hat meinen Antrag unterstützt und mein Therapeut (der auch die Gruppe leitet) hat mir beim Antrag geholfen. Die Bewilligung von der deutschen Rentenversicherung kam Anfang Februar 2012. Anfang-Mitte März 2012 (13.03.2012) war mein erster Tag in der Klinik. Das war turbo. Normalerweise vergehen mehrere Monate. Ich hatte viel Glück und habe auch meine "Karten" gut ausgespielt.

geschrieben von Patschie am 08.02.2013 14:32:54
Wie hat sich deine Frau zu Spielzeiten verhalten und wie hast du es empfunden? Ich würd so gern verstehen, wie du siehst ;-)#


Sie hat mit mir sowohl im Guten gesprochen mir Hilfe zu suchen, als mich auch unter Druck zu setzen, "wenn Du jetzt keine Therapie machst, trenne ich mich." Gewirkt hat das aber erst so richtig, als ich verstanden hatte, dass ich ein Problem hatte und eingesehen habe, dass es keine andere Lösung für mich gibt, als komplett aufzuhören. Das war im Oktober 2011.

Sie war sicherlich genauso enttäuscht von mir, dass ich mich zu wenig um Haushalt und Kinder gekümmert habe. Sie wollte mir das Spielen auch nicht "wegnehmen". Ein bisschen haben wir es auch versucht, das mit Regeln in Grenzen zu halten. Funktioniert aber nicht bei ner Sucht. Relativ schnell hat sie gesagt, dass sie nicht meine Mama ist und das auch nicht sein möchte. Was noch? Vieles habe ich wohl auch gar nicht so bemerkt, da sich meine Gedanken eh nur ums spielen drehten.

Denke das reicht erst mal.....ein andermal gern mehr.

VG Viking


bearbeitet von Vikingblood80 am 08.02.2013 16:02:57
Heute ist der richtige Tag mit der Sucht aufzuhören. Es gibt keinen besseren.
08.02.2013 15:42:49  
Vikingblood80fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 33
Mitglied seit: 27.11.2012
IP-Adresse: gespeichert
offline


@Patschie: ich weiss, dass Du mein Posting heute morgen gelesen hast....war es zu heftig? aber es ist die Wahrheit

VG Viking


Heute ist der richtige Tag mit der Sucht aufzuhören. Es gibt keinen besseren.
21.02.2013 14:22:11  
Patschiefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 6
Mitglied seit: 04.02.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hallo Viking,
nein, nicht zu heftig, alles gut. War sehr interessant, deine Meinung dazu zu hören. Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht und für mich entschieden, dass ich ihm nicht helfen kann. Ich habe diesen Druck ums Spielen komplett rausgenommen und lass ihn machen. Mir geht es gerade sehr gut damit und wir hatten jetzt auch wirklich gute Tage. Er hat die ganze letzte Woche nicht gespielt, ohne dass es irgendwie Thema war. Erst am Freitag abend hat er sich rangesetzt, dann aber auch seine 8 Stunden gespielt bis 5 Uhr morgens. Dennoch ist er dann mit mir aufgestanden und zum Thema Müdigkeit sagte er nur "ich hab ja selber schuld". Von mir kam nichts und es war mir auch egal. :-)

Schaun wir mal, wie es sich weiter entwickelt.


25.02.2013 11:24:40   
Patschiefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 6
Mitglied seit: 04.02.2013
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hey Ihr Lieben,
es ist einige Zeit vergangen und ich wollte euch mal von den Fortschritten hier berichten. Ich habe genauso wie damals angekündigt weiter gemacht und das Meckern usw komplett eingestellt und ihn machen lassen. Mit erstaunlichen Erfolg, wie ich finde. Er hat weiterhin seinen "Daddel-Abend", an dem ich mich dann auch zurückziehe und ihn machen lasse. Am nächsten Tag erwarte ich trotzdem, dass es hier funktioniert und das tut es in der letzten Zeit prima. Er steht auf, egal, wann er im Bett war und hilft hier mit. Und neuerdings machen wir jeden Sonntag Familientag mit tollen Unternehmungen und das geht alles komplett von ihm aus. :-) Seine ewig schlechte Laune hat sich deutlich gebessert und kommt seit einigen Wochen nur noch selten vor. Ich bin gerade wirklich zufrieden mit der Situation. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Ich weiß, dass es nur eine Phase sein kann, aber ich bin guter Dinge, dass er es wirklich verstanden hat und es irgendwie klick gemacht hat :-)


30.04.2013 08:21:20   
Vikingblood80fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 33
Mitglied seit: 27.11.2012
IP-Adresse: gespeichert
offline


geschrieben von Patschie am 30.04.2013 08:21:20
... Ich bin gerade wirklich zufrieden mit der Situation. Schauen wir mal, wie es weitergeht. Ich weiß, dass es nur eine Phase sein kann, aber ich bin guter Dinge, dass er es wirklich verstanden hat und es irgendwie klick gemacht hat :-)


Hallo Patschie,

freut mich zu hören, dass es gut bei Euch läuft. Sieht so aus, als ob Dein Mann seinen Weg gefunden hat. Klar kann es nur eine Phase sein, aber Du solltest jetzt auch nicht zu misstrauisch sein, sonst machst Du Dich selbst verrückt - klingt nach Deinem Beitrag aber nicht so. Lächeln

VG Viking



Heute ist der richtige Tag mit der Sucht aufzuhören. Es gibt keinen besseren.
02.05.2013 13:48:17  
Registrierung notwendigRegistrierung notwendig
Seiten: (1) [1] »
alle Zeiten sind GMT +1:00
Thread-Info
ZugriffModeratoren
Lesen: alle
Schreiben: Benutzer
Gruppe: allgemein
keine
Forum Übersicht » WOW - World of Warcraft und andere PC-Spiele » Angehoerige berichten ueber ihre onlineSPIELsuechtigen Partner und Kinder » Sucht nur zeitlich definierbar?

.: Script-Time: 0,016 || SQL-Queries: 6 || Active-Users: 2 834 :.
Powered by ASP-FastBoard HE v0.8, hosted by cyberlord.at